Mittwoch, 19. Februar 2020

Interview | Tina Skupin

(Quelle: Tina Skupin) 




Hallo Tina, 

danke, dass auch du dir die Zeit für ein Interview mit mir genommen hast, auch wenn ich im anderen Team "spiele". Du wirst ja bestimmt auch von deinem Team mit Fragen bombardiert. 


Wie bist du zum Schreiben gekommen?


Ich hab immer geschrieben, also, ich meine, seitdem ich schreiben kann. Vorher hab ich mir die Geschichten einfach so ausgedacht, aber nicht aufgeschrieben (weswegen es glücklicherweise keine Schlümpfe- Fanfiction von mir gibt). Dann im Nano 2009 hab ich mich zum ersten Mal an einem Roman versucht. Und seitdem schreibe ich. 


Wie hat dein Umfeld reagiert? Haben sie dich unterstützt oder hielten sie damals deinen Traum vom Schreiben für genau das - einen Traum?

Meine Familie hat mich immer total unterstützt. Eigentlich sind wir alles Arbeiter, aber meine Familie liebt Bücher, und fand meine Art, Geschichten zu erzählen, toll. Und als ich ihnen erzählt hab, dass ich mich jetzt ans Romaneschreiben gemacht hab, war die Reaktion eigentlich ein allgemeines "na endlich!"


Kannst du dich noch an deine erste Veröffentlichung erinnern? Wie hat es sich für dich angefühlt? 

Natürlich, das vergisst man nicht. Meine allererste Veröffentlichung war eine Kurzgeschichte in der Anthologie "Geschichten aus dem Drachenwinkel". Alles war neu, der Vertrag unterschreiben, das Lektorat, der Veröffentlichungstag ist da. Das war einfach großartig. Und ein bisschen wie heimkommen ...


Wo nimmst du all deine Ideen her? 

Von überall. Im Grunde kochen alle Erlebnisse, alle Sachen, die ich jemals erlebt hab, in meinem Gehirn, und ab und zu kommen dann so Gedanken wie "wäre das nicht interessant, wenn Internettrolle tatsächlich Trolle sind, die in Brücken leben und die Menschen sabotieren?" Das reicht natürlich nicht für eine Geschichte. Eine Kurzgeschichte enthält 4-5 solcher Ideen, ein Roman ... in Valkyrie hab ich bestimmt fünf Dutzend solcher Geistesblitze verbraten. 


Was machst du neben dem Schreiben?

Lesen.   


Du hast ja gerade Wild Hunt Casino veröffentlicht. Welcher Charakter ist dir aus diesem Buch besonders ans Herz gewachsen und warum? 

Ich liebe den Native American Numaga. Nu ist auf den ersten Blick albern, aber darunter ist ein gigantischer Eisberg an Erlebnissen und Schmerzen. In dem Text klingt es an einigen Stellen an, keine Einzelheiten, denn, auch wenn ich Nu erfunden hab, halte ich mich nicht für die Richtige, seine Geschichte zu erzählen. Ich weiß nur, dass er durch die Hölle gegangen ist, und irgendwo beschlossen haben muss, sich davon nicht verbittern zu lassen. Und ich bewundere ihn endlos dafür und bin so glücklich, dass er in meiner Geschichte aufgetaucht ist und beim Raub mitgemacht hat.


Gibt es einen Charakter, den du eigentlich nicht magst, der aber wichtig für die Story war? 

Oberon. 


Welche Szene gefällt dir aus dem Buch am Besten und welche hat dir am Meisten Spaß gemacht, sie zu Papier zu bringen?

Die Szene im pink Cadillac, als wir die Gang zum ersten Mal gemeinsam sehen. 


Findet man dich in einem der Protagonisten wieder? 

Ein Teil von mir steckt in allen meinen Charakteren, sonst könnte ich sie nicht schreiben. Aber ich habe eine Schwäche für Tricksercharaktere, und ich freue mich diebisch, dass ich in dieser Geschichte einen weiblichen Trickser als Hauptrolle haben durfte, die moralisch grau ist und trotzdem faszinierend, der man Erfolg wünscht, aber sie gleichzeitig am liebsten mit einer Rakete in den Himmel schiessen will.


Was kommt nach der wylden Jagd? Du arbeitest doch bestimmt schon an einem neuen Projekt? 

Derzeit überarbeite ich den dritten Teil von meiner Urban Fantasy Serie Valkyrie, die auf der nordischen Mythologie basiert. Und danach werd ich mich an mein englisches Projekt machen, "The witches over Berlin". 


Möchtest du meinen Lesern noch etwas sagen? Aufrufe zur Unterstützung deines Teams werden übrigens nicht akzeptiert und direkt von der Redaktion- also mir- gelöscht...  😘 😂 

Danke, dass ihr meine Bücher lest und meine Charaktere in eure Herzen und eure Bücherschränke lasst. Wild Hunt ist mein siebter Roman, und ohne euch wäre ich nie soweit gekommen!


Ein sehr tolles Interview, vielen Dank noch mal an dieser Stelle, Tina.

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