Sonntag, 26. August 2018

Interview mit Petra Renée Meineke

©Petra Renée Meineke 

Heute habe ich ein Interview von einer Autorin für euch vorbereitet, deren Buch mich sofort gepackt hat und das zu meinen absoluten Jahreshighlights gehört. Die Rede ist von Petra Renée Meineke. Danke, dass du dich meinen Fragen gestellt hast, Petra.



Hallo Petra, schön, dass du dir die Zeit nimmst und dich meinen Fragen stellst. Da dich einige meiner Leser noch gar nicht kennen, wäre es schön, wenn du dich kurz vorstellen könntest.

Hallo Julia, das mache ich doch gern. Mich gibt es seit 1961, ich wurde in Goslar geboren, das ist ein hübsches Städtchen am Harz. Nach dem Abi habe ich ein Kunststudium angefangen, wieder abgebrochen, und mein Diplom in Betriebswirtschaft gebaut.
Beruflich habe ich alles ausprobiert, worauf ich Lust hatte, ich war sogar selbständig. Aber am meisten Spaß hatte ich mit Jobs, die irgendwie mit Texten zu tun hatten.
Zuhause bin ich nirgendwo und überall. Einfach dort, wo ich gerade bin. Im Moment in Heilbronn bei Stuttgart.



Wie bist du zum Schreiben gekommen und wie lange schreibst du schon?

Durch meinen Beruf, und natürlich, weil ich gern schreibe. Ich war einige Jahre Werbetexterin und Redakteurin, bevor ich mich an einen ersten großen Roman (LOA) herangewagt habe. Das war vor ziemlich genau 10 Jahren.


Welche Bücher stammen bisher aus deiner Feder?


Mal nachzählen … tatsächlich sind es erst zwei Bücher. Das liegt an meiner Unart, jahrelang zu recherchieren und nach dem Schreiben monatelang zu überarbeiten.
Im Mai 2017 wurde »Gehen Sie einfach durch die Wand!«  veröffentlicht, im März 2018 »LOA – Die weiße Mambo«
Auf Wattpad ist sehr viel mehr von mir zu finden. Wer möchte, kann mich dort gern besuchen.



Da muss ich dich doch gleich mal bei Wattpad suchen. Hast du bestimmte Rituale beim Schreiben oder einen Lieblingsort?

Oh ja. Zum Schreiben brauche ich absolute Ruhe und haufenweise Kaffee. Zählt das als Ritual? Der beste Ort ist mein Schreibtisch. Der hat genug Platz für PC, Tastatur und Myriaden von Notizzetteln.


An welchen Projekten arbeitest du zurzeit?

An diesem Interview für unser schönes Gewinnspiel, ganz lieben Dank für diese tolle Idee, Julia. Außerdem an LOA II, an einem historischen Roman, und an mehreren Vorträgen und Lesungen.


Was machst du neben dem Schreiben?

Jetzt bitte nicht lachen: Ich nähe. Modisch bin ich dem Stil der 1940-er und 1950-er Jahre total verfallen. Trägt man heute zwar nicht mehr, aber ich habe eine Nähmaschine. Natürlich lese ich sehr gern, höre Musik, tanze, und wenn es sich einrichten lässt, packe ich meine Koffer und verschwinde nach Fuerteventura.
Außerdem versuche ich immer noch, irgendwie die Welt zu retten … bisher leider ohne großen Erfolg.

© Petra Renée Meineke 

Ich mache ehrlich gesagt auch gerne Handarbeiten. Woher bekommst du die Inspiration für deine Bücher, für die Handlung, die Orte, die Charaktere?

Aus dem Leben. Menschen inspirieren mich, Bücher, Filme, zufällige Begegnungen, Gespräche und Musik. Gute Geschichten finden sich überall. Man muss nur richtig hinsehen.



Findet man einen Teil von dir oder deinen Freunden in den Charakteren wieder?

Ja, viele meiner Figuren haben irgendeine Eigenschaft von mir, aber es sind immer nur Kleinigkeiten, sie machen niemals den gesamten Buchcharakter aus. Möchtest Du ein paar Beispiele?


Ja, sehr gerne. 

Wie Zoé kann ich einfach auf dem Wasser herumliegen, ohne unterzugehen.
Wie Jenny brülle ich mir in der Geisterbahn die Seele aus dem Leib, damit die Betreiber nicht frustriert sind, weil sich niemand fürchtet.
Wie Pater Finn habe ich eine imaginäre „Das-ärgert-mich-jetzt"- und eine „Das-ärgert-mich-immer"-Liste.
Mrs Adams hat allerdings nichts von mir. Wir sind einfach zu verschieden.



Kommen wir zu LOA - Die weiße Mambo. Das Buch hat mich sofort gepackt und es ist eins meiner Lieblinge. Ich hatte das Gefühl, du musstest für dieses Werk viel recherchieren. Wie viel Zeit hat die Recherche in Anspruch genommen?

Lieben Dank, Julia, das freut mich natürlich sehr. So genau kann ich das eigentlich gar nicht sagen, aber für den ersten Band waren es etwa sechs Jahre. Nach vier Jahren dachte ich, das Buch wäre fertig, aber ich habe noch zwei Jahre überarbeitet. Und immer weiter recherchiert.


Wie lange hast du an dem Buch geschrieben?

Mit Lektorat und allem eingerechnet knapp 10 Jahre. Das hört sich lange an, aber Voodoo und Haiti waren absolutes Neuland für mich, und ich habe ja nebenberuflich geschrieben, das dauert. Aus diesem Grund gab es auch längere Pausen, 2011 habe ich sogar mehrere Monate nicht schreiben können.

© Petra Renée Meineke 

Erzähl uns doch kurz etwas über die Handlung.

Aber gern. In LOA geht es um zwei Menschen, zwei Geschichten, durch Jahrhunderte und Kontinente voneinander getrennt, und doch ist alles miteinander verbunden.
Da gibt es die junge Engländerin Zoé, die auf der Suche nach ihrer Herkunft nach Haiti zurückkehrt, wo sie geboren wurde. Es ist ein seltsames Land voller Rätsel, Geheimnisse, Voodoo und Magie. Sie gerät prompt an finstere Gestalten, Piraten und in Schwierigkeiten, von denen sie nicht einmal weiß, wie sie dazu kommt.
Mit dem jungen Afrikaner Mokabi reisen wir zurück in das 18. Jahrhundert – in die Zeit des Sklavenaufstands in Haiti. Einige meiner Buchfiguren haben zu dieser Zeit tatsächlich gelebt und waren bei der Haitianischen Revolution dabei.
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, die sich am Ende der Erzählung treffen. Wie, das verrate ich natürlich nicht.


Hehe, ja, das sollen die Leser selber herausfinden. Magst du uns Zoé in ein paar Sätzen vorstellen?

Im Grunde ist sie ein ganz normaler Teenager, ein bisschen verträumt und melancholisch. Sie hat eine beste Freundin, Hobbys, Schulaufgaben, und außerdem einiges an sich selbst auszusetzen. Manchmal fühlt sich Zoé in England etwas fremd, denn als gebürtige Haitianerin sieht sie ganz und gar nicht englisch aus. Das gibt ihr oft das Gefühl, am falschen Ort zu sein. Ein Alien, wie sie es selbst ausdrückt.


Was macht Zoé besonders?

Schwierige Frage, weil sie ja für ihr Alter wirklich ganz normal ist. Besonders macht sie ihre Geschichte. Zoé kennt ihre Eltern und Adoptiveltern nicht, sie sind alle früh gestorben. Es gibt ein Geheimnis um ihre Geburt und viele Rätsel um ihre Zukunft.
Ich glaube, die eigene Geschichte macht jeden Menschen besonders.


Das stimmt. Nun bin ich schon am Ende meiner Fragen angekommen. Gibt es noch etwas, das du den Lesern mitteilen möchtest?

Aber natürlich, ein riesengroßes Dankeschön dafür, dass Ihr meine Geschichten lest und mir so viel positives Feedback gebt. Das ist die beste Motivation, die sich ein Autor wünschen kann, und dafür danke ich Euch allen von Herzen.

Vielen Dank für dieses Interview.

Sehr gern, liebe Julia, ich danke Dir für diese Gelegenheit, mein Buch und mich vorstellen zu dürfen. Und ganz besonders für Deine Idee, ein Gewinnspiel mit LOA auf die Beine zu stellen. Wie ich Dir dafür danken soll, dass Du diese magischen Lesebändchen entworfen und selbst gezaubert hast, weiß ich leider nicht. Ich würde Dir dann mal kurz um den Hals fallen, ja?

Ja, sehr gerne.


Das war es nun auch schon wieder.  Ich hoffe, das Interview hat euch gefallen.

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